Mehrfamilienhaus verkaufen Frankfurt
Wer ein Mehrfamilienhaus in Frankfurt verkaufen möchte, trifft auf einen der anspruchsvollsten Transaktionsprozesse im deutschen Immobilienrecht — und gleichzeitig auf einen der wenigen Märkte, in denen professionelle Investoren aus dem In- und Ausland aktiv nach Bestandsobjekten suchen. Marc Härter Immobilien begleitet Eigentümer von Anlageimmobilien in…

Das Wichtigste vorab
Mehrfamilienhaus verkaufen Frankfurt auf einen Blick
Schwerpunkt
Frankfurt als Standort für Mehrfamilienhaus-TransaktionenFrankfurt am Main zählt zu den verlässlichsten Investitionsstandorten für Mehrfamiliengebäude in Deutschland. Die Kombination aus internationalem Finanzplatz, strukturell begrenztem Wohnungsangebot und anhaltend hoher…Schwerpunkt
Wertermittlung: Was ist Ihr Mehrfamilienhaus in Frankfurt wert?Der Marktwert eines Mehrfamilienhauses bestimmt sich in Frankfurt fast ausnahmslos über das Ertragswertverfahren nach ImmoWertV 2021 — nicht über Vergleichspreise oder den Substanzwert. Investoren denken in…Schwerpunkt
Steuern beim Verkauf eines Mehrfamilienhauses in FrankfurtDie steuerliche Seite des Mehrfamilienhaus-Verkaufs entscheidet in vielen Fällen darüber, ob ein Verkauf zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich sinnvoll ist — oder ob das Objekt noch einige Jahre gehalten werden sollte. Die…Schwerpunkt
Rechtliches: Mieterrechte, Umwandlung und VorkaufsrechtDer Verkauf eines Mehrfamilienhauses berührt unmittelbar die Rechte der darin wohnenden Mieter. Das deutsche Mietrecht gewährt ihnen dabei weitreichenden Schutz — ein Umstand, der bei der Verkaufsplanung von Anfang an…Inhaltsverzeichnis
- 01Frankfurt als Standort für Mehrfamilienhaus-Transaktionen
- 02Wertermittlung: Was ist Ihr Mehrfamilienhaus in Frankfurt wert?
- 03Steuern beim Verkauf eines Mehrfamilienhauses in Frankfurt
- 04Rechtliches: Mieterrechte, Umwandlung und Vorkaufsrecht
- 05Blockverkauf oder Einzelverkauf? Die strategische Kernentscheidung
- 06Vermarktungsstrategie: Öffentlich oder off market?
- 07Unterlagen und Vorbereitung: Was Sie bereithalten sollten
- 08Der Verkaufsprozess: Vier Phasen im Überblick
Wer ein Mehrfamilienhaus in Frankfurt verkaufen möchte, trifft auf einen der anspruchsvollsten Transaktionsprozesse im deutschen Immobilienrecht — und gleichzeitig auf einen der wenigen Märkte, in denen professionelle Investoren aus dem In- und Ausland aktiv nach Bestandsobjekten suchen. Marc Härter Immobilien begleitet Eigentümer von Anlageimmobilien in Frankfurt persönlich, von der Wertermittlung über die Vermarktungsstrategie bis zum Notartermin — ohne Delegation, ohne Team, mit voller Verantwortung für jede Phase des Verkaufs.
Dieser Ratgeber richtet sich an Eigentümer, die ein vermietetes Wohngebäude mit mehreren Einheiten veräußern wollen — ob als klassisches Zinshaus in Sachsenhausen, als Gründerzeithaus im Nordend oder als Nachkriegsbau in Bornheim. Die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die Frage nach dem richtigen Preis, der optimalen Vermarktungsstrategie und der Entscheidung zwischen Blockverkauf und Einzelverkauf erfordern fundiertes Fachwissen. Als Diplom-Immobilienwirt (EIA) und IHK-zertifizierter Immobilienbewerter vermittle ich Ihnen in diesem Artikel das Wissen, das für eine informierte Entscheidung trägt.
Das Wichtigste auf einen Blick
Ertragswertverfahren: Der Marktwert eines Mehrfamilienhauses bestimmt sich über die Jahresnettokaltmiete multipliziert mit dem lageabhängigen Kaufpreisfaktor — in Frankfurt aktuell zwischen dem 20- und 28-Fachen.
Marktlage 2025/2026: Laut Gutachterausschuss Frankfurt wurden 2025 rund 418 Mehrfamilienhäuser veräußert — mehr als im Vorjahr. Der mittlere Ertragsfaktor lag bei 22,6.
Steuerfreiheit: Liegt der Kauf mehr als zehn Jahre zurück, ist der Gewinn für Privatpersonen vollständig steuerfrei (§ 23 EStG).
Umwandlung ab 2026 erleichtert: Die stadtweite Genehmigungspflicht nach § 250 BauGB ist zum 31. Dezember 2025 ausgelaufen — außerhalb von Milieuschutzgebieten entfällt die Pflicht zur Umwandlungsgenehmigung.
Mieterrechte: Der neue Eigentümer tritt nach § 566 BGB in alle bestehenden Mietverhältnisse ein — eine Kündigung wegen Eigentümerwechsels ist ausgeschlossen.
Käufermarkt: Private Investoren, Family Offices, institutionelle Erwerber und internationale Kapitalanleger bilden in Frankfurt eine breite Nachfragerbasis für Anlageimmobilien.
Frankfurt als Standort für Mehrfamilienhaus-Transaktionen
Frankfurt am Main zählt zu den verlässlichsten Investitionsstandorten für Mehrfamiliengebäude in Deutschland. Die Kombination aus internationalem Finanzplatz, strukturell begrenztem Wohnungsangebot und anhaltend hoher Mietnachfrage schafft Bedingungen, die Investoren aus dem In- und Ausland gleichermaßen anziehen. Der Markt für Anlageimmobilien hat sich nach der Zinskorrektur 2022/2023 spürbar erholt — und zeigt 2025 und 2026 deutliche Signale einer Stabilisierung.
Laut Gutachterausschuss für Immobilienwerte Frankfurt (2026) wurden im Jahr 2025 rund 418 Mehrfamilienhäuser in Frankfurt veräußert — ein Anstieg gegenüber den 397 Transaktionen des Vorjahres. Der mittlere Ertragsfaktor — also das Verhältnis von Kaufpreis zu Jahresnettokaltmiete — lag 2025 bei 22,6 und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Das signalisiert: Der Markt findet seinen Boden, Verkäufer und Käufer einigen sich wieder häufiger auf tragfähige Preise.
Wer kauft Mehrfamilienhäuser in Frankfurt?
Der Käuferkreis für Frankfurter Anlageimmobilien setzt sich aus sehr unterschiedlichen Profilen zusammen. Private Investoren — oft vermögende Einzelpersonen oder Unternehmerfamilien — suchen nach wertstabilen Renditeobjekten im Segment zwischen 800.000 und 3 Millionen Euro. Institutionelle Erwerber wie Family Offices, Wohnungsgesellschaften, Versorgungswerke und Immobilienfonds agieren gezielt im Bestandssegment, bevorzugen vollvermietete Objekte und bringen strukturierte Due-Diligence-Prozesse mit. Hinzu kommen internationale Käufer, insbesondere aus dem europäischen Ausland und Asien, die Frankfurt als liquiden, euro-denominierten Sachwertmarkt schätzen.
In meiner Beratungspraxis in Frankfurt beobachte ich regelmäßig, dass gut aufbereitete Objekte in etablierten Lagen — Westend, Sachsenhausen, Nordend — trotz der Marktnormalisierung der vergangenen Jahre kompetitive Gebotsrunden auslösen, sobald der Preis realistisch angesetzt ist. Die häufigste Fehlerursache für gescheiterte Verkäufe: überhöhte Erstpreise aus der Niedrigzinsphase, die heute kein Investorenkalkül mehr trägt.
Zinswende und Markterholung: Der aktuelle Kontext
Nachdem die Europäische Zentralbank den Leitzins nach einem historischen Straffungszyklus schrittweise gesenkt hat, haben sich die Bauzinsen im Frühjahr 2026 bei rund 3,0 bis 3,5 Prozent für eine zehnjährige Zinsbindung eingependelt. Gegenüber dem Spitzenwert von über 4 Prozent in 2023 ist das eine spürbare Entlastung für Finanzierungskalkulationen — und hat die Käufernachfrage reaktiviert. Für Verkäufer bedeutet das: Der Markt ist wieder aufnahmefähig, die Verhandlungsbereitschaft auf Käuferseite steigt.
Wertermittlung: Was ist Ihr Mehrfamilienhaus in Frankfurt wert?
Der Marktwert eines Mehrfamilienhauses bestimmt sich in Frankfurt fast ausnahmslos über das Ertragswertverfahren nach ImmoWertV 2021 — nicht über Vergleichspreise oder den Substanzwert. Investoren denken in Renditekennzahlen. Das bedeutet: Die Bewertung beginnt bei der Miete, nicht beim Quadratmeterpreis. Wer als Eigentümer diese Logik kennt und seinen Besitz entsprechend vorbereitet, erzielt bessere Ergebnisse in der Verhandlung.
Das Ertragswertverfahren: Rendite als Preisdeterminante
Das Ertragswertverfahren ermittelt den Wert einer Immobilie aus ihrer Fähigkeit, nachhaltig Einnahmen zu erzielen. Die Formel ist vereinfacht: Jahresnettokaltmiete abzüglich nicht umlagefähiger Bewirtschaftungskosten ergibt den Reinertrag — multipliziert mit dem lageabhängigen Vervielfältiger ergibt sich der Ertragswert. Der Vervielfältiger ist dabei der entscheidende Preishebel: Er drückt aus, wie viele Jahresnettomieten ein Investor bereit ist, für das Objekt zu zahlen.
Laut Gutachterausschuss Frankfurt (2026) lag der mittlere Ertragsfaktor für Frankfurter Mehrfamilienhäuser im Jahr 2025 bei 22,6. Dieser Wert ist ein Durchschnitt — in Toplagen wie dem Westend oder Sachsenhausen-Nord werden für qualitativ hochwertige, vollvermietete Gründerzeit- und Jugendstilgebäude deutlich höhere Faktoren erzielt. Als Orientierungsrahmen gilt für Frankfurt: Einfachere Lagen 18 bis 22-fach, mittlere Lagen 20 bis 25-fach, bevorzugte Lagen bis zum 28-Fachen und darüber.
Kaufpreisfaktoren nach Lage in Frankfurt (Orientierungswerte 2025/2026)
| Lage / Stadtteil | Kaufpreisfaktor (ca.) | Charakter | Käuferprofil |
|---|---|---|---|
| Westend | 24 – 28x | Topmikrolage, geringe Fluktuation, Altbaubestand | Family Offices, institutionell, international |
| Nordend | 22 – 26x | Hohe Wohnnachfrage, Gründerzeit- und Jugendstilbestand | Private Investoren, Family Offices |
| Sachsenhausen-Nord | 22 – 25x | Szenelage, gemischte Altersstruktur, gute Infrastruktur | Private und semi-institutionelle Investoren |
| Bornheim / Ostend | 20 – 24x | Solide Renditelage, hohe Mieternachfrage, aufwertend | Renditeorientierte Privatinvestoren |
| Sachsenhausen-Süd | 19 – 22x | Günstigere Einstiegslage, höhere Bruttorendite | Renditeorientiert, Erstkäufer im Investorensegment |
| Bockenheim / Gallus | 18 – 22x | Strukturwandel, Mietpotenzial vorhanden, Entwicklungslage | Renditefokussiert, Entwickler |
| Niederrad / Rödelheim | 17 – 21x | Randlage, hohe Bruttorendite, solide Nachfrage | Stark renditefokussiert |
Quelle: Orientierungswerte auf Basis von Gutachterausschuss Frankfurt (IMB 2025/2026), IVD Rhein-Main und eigener Marktbeobachtung | Stand: Juni 2026. Faktoren variieren je nach Baujahr, Zustand, Mietstruktur und Energieklasse. Alle Angaben ohne Gewähr.
Die Tabelle verdeutlicht, warum eine lagebezogene Einordnung beim Mehrfamilienhaus-Verkauf entscheidend ist: Zwischen einer Toplage wie dem Westend und einer Entwicklungslage wie dem Gallus liegt beim gleichen Mietertrag ein Wertunterschied von mehreren Hunderttausend Euro. Eine professionelle Wertermittlung nach ImmoWertV ist daher keine Formalität, sondern der erste strategische Schritt vor jedem Verkauf.
Ein konkretes Rechenbeispiel: Ein voll vermietetes Mehrfamilienhaus mit einer Jahresnettokaltmiete von 80.000 Euro erzielt bei Faktor 22 einen Verkehrswert von 1.760.000 Euro — bei Faktor 26 bereits 2.080.000 Euro. Die Lage allein entscheidet damit über eine Preisdifferenz von 320.000 Euro bei identischer Mietbasis. Dieser Hebel erklärt, warum die Lagebewertung und die Aufbereitung des Objekts keine kosmetische, sondern eine kalkulatorische Frage ist.
| Lage Frankfurt | Kaufpreisfaktor (Richtgröße) | Beispielwert (JNKM 80.000 €) |
|---|---|---|
| Einfachere Lage (z. B. Griesheim, Höchst) | ca. 18–22-fach | 1.440.000 – 1.760.000 € |
| Mittlere Lage (z. B. Bornheim, Bockenheim) | ca. 20–25-fach | 1.600.000 – 2.000.000 € |
| Bevorzugte Lage (z. B. Westend, Sachsenhausen-Nord, Nordend) | ca. 24–28-fach (und darüber) | 1.920.000 – 2.240.000 € |
Quelle: Gutachterausschuss für Immobilienwerte Frankfurt am Main, Immobilienmarktbericht 2026 (Ertragsfaktoren Mehrfamilienhäuser) | Stand: Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Einzelfaktoren können je nach Baujahr, Zustand, Mietstruktur und Energieklasse abweichen.
Wertbeeinflussende Faktoren jenseits der Miethöhe
Professionelle Käufer prüfen weit mehr als die Mietliste. Liegt die Ist-Miete deutlich unter dem Marktmietniveau, bepreist ein erfahrener Investor das Objekt zunächst auf Basis der tatsächlichen Mieteinnahmen — rechnet aber das Mietpotenzial (das Delta zwischen Ist- und Marktmiete) als Wertsteigerungspotenzial mit ein. Laut ImmoScout24 (Q2 2026) lagen die durchschnittlichen Angebotsmieten in Frankfurt bei rund 14,99 Euro pro Quadratmeter im gesamtstädtischen Schnitt; in der Innenstadt und in Lagen wie Sachsenhausen-Nord oder dem Westend werden bei Neuvermietungen regelmäßig 17 bis über 20 Euro pro Quadratmeter erzielt.
Weitere preisrelevante Faktoren sind der energetische Zustand des Gebäudes — schlechte Energieklassen (F, G, H) führen bei institutionellen Käufern zu Preisabschlägen von 5 bis 15 Prozent —, der Anteil von Leerstand, die Restlaufzeiten und Qualität der Mietverträge sowie das Teilungspotenzial des Objekts. Leerstand wirkt zunächst wertmindernd; für manche Käufer eröffnet er jedoch Chancen zur Neuvermietung auf aktuellem Marktmietenniveau oder zur Umwandlung in Eigentumswohnungen. Diese Ambivalenz ist ein Verhandlungsargument, das nur ein erfahrener Bewerter korrekt einzusetzen weiß.
Für eine fundierte Immobilienbewertung in Frankfurt empfehlen sich ausschließlich Wertermittler mit aktueller Datenbasis aus dem Gutachterausschuss und Kenntnis der Frankfurter Stadtteildifferenzierungen — pauschalierte Online-Schätzer liefern für Anlageimmobilien in der Regel unbrauchbare Ergebnisse.
Steuern beim Verkauf eines Mehrfamilienhauses in Frankfurt
Die steuerliche Seite des Mehrfamilienhaus-Verkaufs entscheidet in vielen Fällen darüber, ob ein Verkauf zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich sinnvoll ist — oder ob das Objekt noch einige Jahre gehalten werden sollte. Die Differenz zwischen steuerpflichtigem und steuerfreiem Verkauf kann bei größeren Objekten mehrere Hunderttausend Euro betragen. Da Marc Härter Immobilien keine steuerliche Beratung erbringt, empfehlen wir in jedem Fall die frühzeitige Einbindung eines auf Immobilientransaktionen spezialisierten Steuerberaters.
Die 10-Jahres-Spekulationsfrist: Wann ist der Verkauf steuerfrei?
Befindet sich das Mehrfamilienhaus im Privatvermögen, gilt § 23 Einkommensteuergesetz (EStG): Liegt zwischen dem notariellen Kaufdatum und dem notariellen Verkaufsdatum ein Zeitraum von mehr als zehn Jahren, ist der Veräußerungsgewinn vollständig steuerfrei — unabhängig von der Gewinnhöhe. Dieses Prinzip ist der wichtigste steuerliche Hebel bei der Verkaufsplanung.
Wird innerhalb der Spekulationsfrist verkauft, unterliegt der Gewinn der Einkommensteuer nach dem individuellen Steuersatz des Verkäufers — bei hohen Gewinnen und hohem Einkommen bis zu 45 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag. Bei einem Veräußerungsgewinn von 500.000 Euro und einem persönlichen Steuersatz von 42 Prozent ergibt sich eine Steuerlast von 210.000 Euro — ein Betrag, der eine sorgfältige zeitliche Verkaufsplanung deutlich rechtfertigt.
Hinweis: Erbschaft und Schenkung
Bei geerbten oder geschenkten Mehrfamilienhäusern zählt das ursprüngliche Anschaffungsdatum des Erblassers oder Schenkers für die Spekulationsfrist — nicht das Datum der Übertragung. Hat der Erblasser das Objekt bereits vor mehr als zehn Jahren erworben, kann ein Erbe es sofort und steuerfrei veräußern. Dieser häufig übersehene Vorteil ist besonders für Erbengemeinschaften relevant, die ein geerbtes Frankfurter Mehrfamilienhaus schnell auflösen möchten. Lassen Sie diesen Punkt frühzeitig durch einen Steuerberater klären.
Drei-Objekte-Regel und gewerblicher Grundstückshandel
Wer innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Immobilien veräußert, riskiert die Einstufung als gewerblicher Grundstückshändler durch das Finanzamt. Die Folge: Neben der Einkommensteuer fällt Gewerbesteuer auf die erzielten Gewinne an — und die Zehnjahresfreiheit greift nicht mehr. Bei Mehrfamilienhäusern zählt unter Umständen jede Wohneinheit als eigenes Objekt, was die Grenze deutlich schneller erreicht, als viele Eigentümer annehmen. Sprechen Sie diese Frage vor jeder Transaktion mit einem Steuerberater ab.
Asset Deal vs. Share Deal bei größeren Objekten
Bei Mehrfamilienhäusern oder Portfolios oberhalb von etwa 5 Millionen Euro stellt sich regelmäßig die Frage, ob der Verkauf als klassischer Immobilienkauf (Asset Deal) oder über den Verkauf von Gesellschaftsanteilen (Share Deal) strukturiert werden soll. Beim Share Deal erwirbt der Käufer Anteile an der Gesellschaft, der das Gebäude gehört — was unter bestimmten Voraussetzungen die Grunderwerbsteuer erheblich reduzieren kann. Die Grunderwerbsteuer in Hessen beträgt 6 Prozent des Kaufpreises und ist beim Asset Deal obligatorisch vom Käufer zu entrichten. Die rechtlichen Anforderungen an einen Share Deal sind komplex; gesetzliche Änderungen der vergangenen Jahre haben den Gestaltungsspielraum zudem eingeschränkt. Marc Härter Immobilien begleitet Sie bei der Einbindung der richtigen steuer- und rechtsberatenden Experten für diese Strukturierungsfrage.
Kostenfreie Wertermittlung für Ihr Mehrfamilienhaus
Sie möchten wissen, was Ihr Mehrfamilienhaus in Frankfurt heute realistisch erzielt — diskret, fundiert und ohne Verpflichtung? Gerne erstellen wir Ihnen eine Marktwertermittlung für Ihr Mehrfamilienhaus oder Wohn- und Geschäftshaus im Rhein-Main-Gebiet.
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Rechtliches: Mieterrechte, Umwandlung und Vorkaufsrecht
Der Verkauf eines Mehrfamilienhauses berührt unmittelbar die Rechte der darin wohnenden Mieter. Das deutsche Mietrecht gewährt ihnen dabei weitreichenden Schutz — ein Umstand, der bei der Verkaufsplanung von Anfang an berücksichtigt werden muss, nicht erst beim Notartermin.
Grundsatz: Kauf bricht nicht Miete (§ 566 BGB)
Nach § 566 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) tritt der neue Eigentümer in alle bestehenden Mietverhältnisse ein — vollständig und ohne Ausnahme. Eine Kündigung allein aufgrund des Eigentümerwechsels ist ausgeschlossen. Mietverträge, Mietpreise und sonstige vereinbarte Konditionen laufen unverändert weiter. Beabsichtigt ein neuer Eigentümer eine Eigenbedarfskündigung, gelten die strengen Voraussetzungen des § 573 BGB sowie die gesetzlichen Kündigungsfristen — in vielen Fällen zwölf Monate und mehr.
Umwandlung in Eigentumswohnungen: Neue Rechtslage ab 2026
Eine bedeutende rechtliche Änderung trat zum 1. Januar 2026 in Kraft: Die hessische Landesverordnung über den Genehmigungsvorbehalt nach § 250 Baugesetzbuch (BauGB) ist zum 31. Dezember 2025 ausgelaufen. Die stadtweite Umwandlungsgenehmigungspflicht — die bisher für alle Frankfurter Mehrfamilienhäuser mit mindestens sieben Wohneinheiten galt — besteht damit nicht mehr. Für Eigentümer außerhalb von Milieuschutzgebieten entfällt die bürokratische Hürde der Umwandlungsgenehmigung.
Innerhalb der 14 Frankfurter Milieuschutzgebiete gilt weiterhin der Genehmigungsvorbehalt nach § 172 BauGB. Ob ein konkretes Objekt in einem solchen Gebiet liegt, lässt sich über das digitale Planauskunftssystem planAS der Stadt Frankfurt bis auf Hausnummerebene prüfen. Zu den betroffenen Stadtteilen zählen unter anderem Teile des Nordends, Bornheims, Bockenheims und Sachsenhausens. Unser ausführlicher Ratgeber zur Erhaltungssatzung und zum Milieuschutz in Frankfurt erläutert die Rechtslage detailliert.
Hinweis: Vorkaufsrecht der Mieter bei Umwandlung (§ 577 BGB)
Wenn ein Mehrfamilienhaus erstmals nach § 8 Wohnungseigentumsgesetz (WEG) in einzelne Eigentumswohnungen aufgeteilt wird und die Wohnungen anschließend an Dritte verkauft werden, haben die Mieter gemäß § 577 BGB ein gesetzliches Vorkaufsrecht. Der Mieter kann die Wohnung zu denselben Konditionen erwerben, die mit einem Dritten vereinbart wurden. Dieses Recht ist form- und fristgerecht zu beachten — andernfalls drohen erhebliche rechtliche Konsequenzen.
Blockverkauf oder Einzelverkauf? Die strategische Kernentscheidung
Die Entscheidung zwischen dem Verkauf des gesamten Gebäudes an einen Käufer (Blockverkauf) und der Aufteilung in einzelne Eigentumswohnungen mit anschließendem Stückverkauf (Condominium-Strategie) ist die wichtigste strategische Weichenstellung beim Mehrfamilienhaus-Verkauf in Frankfurt. Beide Wege haben klare Vor- und Nachteile — und welcher der richtige ist, hängt von der persönlichen Situation, dem Objektzustand und dem Zeithorizont des Eigentümers ab.
Blockverkauf: Sicherheit und Geschwindigkeit
Der Blockverkauf ist die klassische Option: eine Transaktion, ein Käufer, ein Notartermin. Er eignet sich vor allem dann, wenn Schnelligkeit wichtig ist, das Objekt durchvermietet ist und keine Eigenbedarfskündigung geplant ist, oder wenn der Aufwand einer mehrstufigen Aufteilung vermieden werden soll. Der Kaufpreis entspricht beim Blockverkauf dem Ertragswert — also dem Jahresumsatz multipliziert mit dem marktüblichen Vervielfältiger. Das Käuferfeld: professionelle Investoren, die den Ankaufsprozess beherrschen.
Hinweis: Gemeindliches Vorkaufsrecht in Frankfurt
Beim Blockverkauf eines Mehrfamilienhauses besteht grundsätzlich kein gesetzliches Vorkaufsrecht der Mieter. Es entsteht erst, wenn das Objekt erstmalig nach § 8 WEG in Eigentumswohnungen aufgeteilt wird.
Davon unabhängig kann die Stadt Frankfurt ein gemeindliches Vorkaufsrecht nach § 24 BauGB geltend machen — insbesondere in Gebieten mit Erhaltungssatzung nach § 172 BauGB (sogenannte Milieuschutzgebiete). In Frankfurt betrifft dies einzelne Bereiche im Nordend, Sachsenhausen und anderen innerstädtischen Lagen. Ob ein Vorkaufsrecht besteht, sollte vor Vermarktungsstart beim Stadtplanungsamt Frankfurt geprüft werden. Marc Härter Immobilien unterstützt Sie bei dieser Vorabklärung.
Einzelverkauf nach Aufteilung: Höherer Erlös, höherer Aufwand
Die Aufteilung in Eigentumswohnungen nach § 8 WEG und der anschließende sukzessive Einzelverkauf kann in attraktiven Frankfurter Lagen erheblich höhere Gesamterlöse erzielen — weil Eigentumswohnungen von einem breiteren Käuferprofil nachgefragt werden und höhere Quadratmeterpreise erzielen als ein en-bloc-verkauftes Renditeobjekt. Der Grund liegt in der Käuferlogik: Ein Selbstnutzer bezahlt einen anderen Preis als ein renditeorientierter Investor.
Zur Verdeutlichung des Erlöspotenzials: Ein Mehrfamilienhaus mit 400 m² Gesamtwohnfläche in einer bevorzugten Frankfurter Lage könnte beim Blockverkauf mit Faktor 22 und 80.000 Euro Jahresnettomiete bei rund 1.760.000 Euro bewertet werden. Verkauft als Eigentumswohnungen zu einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 6.000 Euro erzielt das Objekt einen Gesamterlös von 2.400.000 Euro — eine Differenz von 640.000 Euro. Dieser Aufschlag kommt jedoch nicht ohne Aufwand: Teilungserklärung nach § 8 WEG, Nutzungsplan, WEG-Verwaltung, Mieter-Vorkaufsrecht nach § 577 BGB und ein mehrstufiger Vermarktungsprozess erfordern Zeit und Expertise.
Als Anhaltspunkt: Die Entscheidung für die Aufteilungsstrategie lohnt sich typischerweise, wenn das Objekt in einer Lage liegt, in der Eigentumswohnungen mindestens 25 bis 30 Prozent über dem Vervielfältiger-basierten Ertragswert gehandelt werden — und wenn der Eigentümer bereit ist, einen Vermarktungszeitraum von zwölf bis 24 Monaten einzuplanen. Marc Härter Immobilien berechnet beide Szenarien für Sie auf Basis aktueller Marktdaten.
Vermarktungsstrategie: Öffentlich oder off market?
Beim Verkauf eines Mehrfamilienhauses in Frankfurt stellt sich früh eine strategische Frage: Soll das Objekt breit über Immobilienportale vermarktet werden — oder diskret über ein vorqualifiziertes Käufernetzwerk? Beide Wege verfolgen dasselbe Ziel (maximaler Verkaufserlös), erreichen es jedoch über unterschiedliche Mechanismen. Die richtige Wahl hängt vom Objekt, der Lage, der Mietstruktur und den persönlichen Präferenzen des Eigentümers ab.
Öffentliche Vermarktung: Reichweite für klare Verkaufsargumente
Die Insertion auf Immobilienportalen wie ImmoScout24 oder Immowelt schafft breite Sichtbarkeit und spricht privat-investive Käufer genauso an wie kleinere institutionelle Erwerber. Sie ist dann sinnvoll, wenn das Objekt klare Verkaufsargumente besitzt, gut präsentierbar ist und ein breiter Wettbewerb unter Interessenten den Preis nach oben treiben soll. Voraussetzung ist ein professionelles Investoren-Exposé mit vollständiger Renditedarstellung, Lagekarte, Fotos und Datenraum.
Off-Market-Verkauf: Diskretion und direkte Käuferansprache
Ein erheblicher Anteil der Mehrfamilienhaus-Transaktionen in Frankfurt wird ohne jedes öffentliche Inserat abgewickelt. Off-Market-Verkäufe bieten Diskretion — keine Mieter, die vorab wissen, dass das Haus verkauft wird, keine öffentlichen Preisdiskussionen, keine Besichtigungstouristen in bewohnten Gebäuden. Die Käuferansprache erfolgt gezielt über vorqualifizierte Kontakte mit nachgewiesener Finanzierungsfähigkeit. Für Objekte in sensiblen Lagen, mit bekannten Mietern oder mit besonderen Eigentümersituationen ist dieser Weg oft die überlegene Wahl.
Marc Härter Immobilien verfügt über ein aktives Netzwerk vorqualifizierter Käufer für Frankfurter Anlageimmobilien — von privaten Investoren über Family Offices bis zu institutionellen Erwerben. Wir vermitteln diskret, schnell und ohne unnötige Besichtigungsmarathons. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihr Mehrfamilienhaus vertraulich und zuverlässig in Frankfurt verkaufen möchten.
Unterlagen und Vorbereitung: Was Sie bereithalten sollten
Ein vollständiger, gut aufbereiteter Unterlagenordner ist beim Verkauf eines Mehrfamilienhauses kein Detail — er ist ein direkter Verhandlungsvorteil. Professionelle Käufer und institutionelle Investoren führen eine strukturierte Due Diligence durch. Fehlende Unterlagen verlangsamen den Prozess, wecken Misstrauen und geben Käufern Argumente für Preisabschläge. Erfahrungsgemäß verlängern unvollständige Datenräume den Verkaufsprozess bei Frankfurter Anlageimmobilien um vier bis acht Wochen — und kosten Verkäufer oft mehr, als eine professionelle Vorbereitung kostet.
| Dokument | Hinweis |
|---|---|
| Grundbuchauszug (max. 3 Monate alt) | Pflicht; Abteilung I (Eigentümer), II (Lasten) und III (Grundpfandrechte) prüfen |
| Aktuelle Mietverträge inkl. Nachträge | Alle Einheiten; Nebenkostenregelungen und Indexierungen prüfen |
| Mieterliste mit NKM, NK und Mietbeginn | Übersichtliche tabellarische Darstellung; Basis für Renditerechnung |
| Betriebskostenabrechnungen (2 Jahre) | Nachweis umlagefähiger und nicht umlagefähiger Kosten |
| Energieausweis (Pflicht) | Ohne Energieausweis ist der Verkauf nicht gesetzeskonform; Bußgeld möglich |
| Grundrisse aller Einheiten und Gemeinschaftsflächen | Bestenfalls maßstabsgetreu und mit Wohnflächenangabe nach WoFlV |
| Nachweise über Sanierungen und Modernisierungen | Rechnungen, Handwerkerbelege, Baugenehmigungen — steigern das Vertrauen |
| Hauswirtschaftliche Unterlagen | Hausmeister-, Wartungs- und Reinigungsverträge, Versicherungspolice |
| Letzter Grundsteuerbescheid | Beachten: Grundsteuerreform 2025 — neue Bescheide prüfen |
| Auszug aus dem Baulastenverzeichnis | Beim Stadtplanungsamt Frankfurt zu beantragen |
Quelle: Eigene Zusammenstellung auf Basis marktüblicher Due-Diligence-Anforderungen für Frankfurter Anlageimmobilien | Stand: Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Der Verkaufsprozess: Vier Phasen im Überblick
Der strukturierte Ablauf eines Mehrfamilienhaus-Verkaufs unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Wohnimmobilienverkauf — in Zeitbedarf, Käuferprofil und Verhandlungsdynamik. Die folgende Übersicht zeigt die vier zentralen Phasen mit realistischen Zeitangaben.
Phase 1: Vorbereitung und Wertermittlung (2–4 Wochen)
Die Grundlage jedes Verkaufs ist eine marktgerechte Bewertung nach dem Ertragswertverfahren. Parallel dazu erfolgen die Zusammenstellung der Unterlagen, die steuerliche Zeitplanung und die Entscheidung zwischen öffentlicher Vermarktung und Off-Market-Verkauf. Diese Phase dauert bei vollständig vorliegenden Dokumenten zwei bis vier Wochen.
Für eine fundierte Einschätzung des erzielbaren Verkaufspreises bietet Marc Härter Immobilien eine kostenfreie und unverbindliche Immobilienbewertung nach ImmoWertV an — persönlich, diskret und auf Basis der aktuellen Gutachterausschuss-Daten für Frankfurt.
Phase 2: Exposé, Datenraum und Käuferansprache (2–6 Wochen)
Auf Basis der Wertermittlung wird ein Investoren-Exposé mit vollständiger Renditedarstellung, Lageanalyse und Objektbeschreibung erstellt. Der digitale Datenraum — mit allen relevanten Unterlagen — wird für vorqualifizierte Interessenten nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) zugänglich gemacht. Anschließend beginnt die gezielte Käuferansprache.
Phase 3: Besichtigungen, Gebote und Verhandlung (4–8 Wochen)
Besichtigungen von Anlageimmobilien finden mit vorqualifizierten Interessenten statt — in bewohnten Gebäuden stets mit Rücksicht auf die Mieter und nach gesetzlicher Ankündigungsfrist von mindestens 24 Stunden. Institutionelle Käufer benötigen in der Regel eine Außenbegehung, Einsicht in Gemeinschaftsflächen und den Datenraum; eine vollständige interne Besichtigung aller Wohneinheiten ist bei Kaufpreisen über 1 Million Euro üblich, erfordert jedoch die Kooperation der Mieter. Auf Basis der Prüfung unterbreiten Käufer schriftliche Angebote (Letter of Intent), die Marc Härter Immobilien im Interesse des Verkäufers bewertet und verhandelt.
Phase 4: Due Diligence, Notartermin und Übergabe (4–8 Wochen)
Professionelle Käufer führen nach Kaufpreiseinigung eine technische und rechtliche Due Diligence durch — eine Prüfungsphase, die bei Mehrfamilienhäusern typischerweise zwei bis vier Wochen dauert. Anschließend erfolgt die notarielle Beurkundung durch einen in Frankfurt zugelassenen Notar. Mit Kaufpreiszahlung und Grundbucheintrag geht der Besitz auf den Erwerber über.
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Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Mehrfamilienhaus verkaufen Frankfurt
Was ist mein Mehrfamilienhaus in Frankfurt aktuell wert?
Der Wert eines Mehrfamilienhauses in Frankfurt bemisst sich nach dem Ertragswertverfahren gemäß ImmoWertV 2021 — also aus der Jahresnettokaltmiete multipliziert mit dem lageabhängigen Kaufpreisfaktor. Laut Gutachterausschuss Frankfurt (2026) lag der mittlere Ertragsfaktor für Mehrfamilienhäuser 2025 bei 22,6. Je nach Stadtteil, Baujahr, Energieklasse und Mietpotenzial kann der Faktor zwischen 18 und über 28 liegen. Eine fundierte Bewertung durch einen IHK-zertifizierten Immobilienbewerter ist Grundlage jeder seriösen Preisfindung — Online-Schätzer liefern für Anlageimmobilien unzuverlässige Ergebnisse.
Ist der Verkauf meines Mehrfamilienhauses steuerfrei?
Wenn sich das Mehrfamilienhaus im Privatvermögen befindet und zwischen dem notariellen Kaufdatum und dem Verkaufsdatum mehr als zehn Jahre liegen, ist der Veräußerungsgewinn nach Paragraph 23 EStG vollständig steuerfrei. Bei einem Verkauf innerhalb dieser Spekulationsfrist unterliegt der Gewinn der Einkommensteuer nach dem persönlichen Steuersatz, der bis zu 45 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag betragen kann. Bei Erbschaften gilt das Anschaffungsdatum des Erblassers. Die genaue steuerliche Einordnung sollte immer mit einem auf Immobilientransaktionen spezialisierten Steuerberater geklärt werden.
Darf ich mein Mehrfamilienhaus in Frankfurt trotz Mietern verkaufen?
Ja. Nach dem Grundsatz „Kauf bricht nicht Miete“ (Paragraph 566 BGB) tritt der neue Eigentümer in alle bestehenden Mietverhältnisse ein. Mieter können den Verkauf nicht verhindern. Die Mietverträge laufen unverändert weiter, eine Kündigung wegen des Eigentümerwechsels ist ausgeschlossen. Der neue Eigentümer ist an die bestehenden Mietverträge und Miethöhen gebunden — eine Eigenbedarfskündigung setzt die strengen Voraussetzungen des Paragraph 573 BGB voraus.
Kann ich mein Frankfurter Mehrfamilienhaus jetzt in Eigentumswohnungen umwandeln?
Die stadtweite Genehmigungspflicht nach Paragraph 250 BauGB ist zum 31. Dezember 2025 ausgelaufen. Ab dem 1. Januar 2026 gilt in Frankfurt außerhalb von Milieuschutzgebieten keine Umwandlungsgenehmigungspflicht mehr für Mehrfamilienhäuser. Innerhalb der 14 Frankfurter Milieuschutzsatzungsgebiete ist weiterhin eine Genehmigung der Bauaufsicht nach Paragraph 172 BauGB erforderlich. Ob Ihr Objekt in einem Milieuschutzgebiet liegt, lässt sich über das Planauskunftssystem planAS der Stadt Frankfurt prüfen.
Bringt ein Einzelverkauf nach Aufteilung mehr als der Blockverkauf?
In attraktiven Frankfurter Lagen kann der sukzessive Einzelverkauf nach Aufteilung in Eigentumswohnungen deutlich höhere Gesamterlöse erzielen als der Blockverkauf — weil Selbstnutzer und kleinere Investoren andere Preise zahlen als renditeorientierte Großinvestoren. Die Differenz kann je nach Lage und Objektqualität 20 bis 40 Prozent über dem Blockverkaufspreis liegen. Dem stehen jedoch erheblich höherer Zeitaufwand, rechtliche Komplexität (Teilungserklärung nach Paragraph 8 WEG, Vorkaufsrecht der Mieter nach Paragraph 577 BGB) und laufende WEG-Verwaltungsaufgaben gegenüber. Eine kalkulatorische Gegenüberstellung beider Szenarien ist Voraussetzung für die richtige Entscheidung.
Wie lange dauert der Verkauf eines Mehrfamilienhauses in Frankfurt?
Von der ersten Wertermittlung bis zur notariellen Beurkundung dauert ein professionell geführter Mehrfamilienhaus-Verkauf in Frankfurt typischerweise drei bis sechs Monate. Gut vorbereitete Objekte mit vollständigem Datenraum und realistischem Preisansatz können bei vorhandenen Käufernetzwerken schneller abgeschlossen werden. Verzögerungen entstehen vor allem durch unvollständige Unterlagen, unrealistische Preisvorstellungen oder eine langwierige Due Diligence durch institutionelle Käufer.
Was versteht man unter einem Off-Market-Verkauf und wann ist er sinnvoll?
Beim Off-Market-Verkauf wird das Objekt nicht öffentlich auf Immobilienportalen inseriert, sondern diskret über vorqualifizierte Käufernetzwerke vermittelt. In Frankfurt wird ein erheblicher Anteil der Mehrfamilienhaus-Transaktionen auf diesem Weg abgewickelt. Der Off-Market-Verkauf ist besonders sinnvoll, wenn Diskretion wichtig ist, die Mieter nicht vorab informiert werden sollen oder wenn sehr spezifische Käuferprofile gesucht werden. Voraussetzung ist ein Makler mit aktivem, vorqualifiziertem Käufernetzwerk im Anlageimmobilienbereich.
Welche Stadtteile sind besonders attraktiv für den Verkauf von Mehrfamilienhäusern in Frankfurt?
In Frankfurt erzielen Mehrfamilienhäuser in Toplagen wie dem Westend, Sachsenhausen-Nord und dem Nordend die höchsten Kaufpreisfaktoren — häufig zwischen dem 24- und 28-Fachen der Jahresnettomiete. Auch Bornheim, Bockenheim und Teile des Ostends zeigen eine robuste Investorennachfrage. Entscheidend sind neben der Lage das Baujahr (Gründerzeit und Jugendstil sind bei Investoren und Selbstnutzern beliebt), die energetische Qualität und das Mietpotenzial. Laut ImmoScout24 (2025) lagen die durchschnittlichen Kaufpreise für Häuser in Sachsenhausen-Nord bei rund 8.600 Euro pro Quadratmeter.
Zuletzt fachlich geprüft am
Redaktionsstand: 16. Juni 2026. Rechtliche, steuerliche und finanzielle Hinweise dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Fachberatung.Persönliche Beratung
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